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BloodyVampireGoth

unregistriert

1

Samstag, 17. November 2012, 12:20

Die Sage von der kleinen Katharina

Die Sage von der kleinen Katharina

Mitte des 16. Jh. lebte Christoph von Vitzthum mit seinen beiden Söhnen Dietrich und Moritz auf dem Apoldaer Schloss. Der Schlossherr, der die Bevölkerung mit hohen Steuern und Abgaben drangsalierte, besaß aber noch eine Tochter, die schon frühzeitig durch Liebreiz und Anmut von sich reden machte. An Sommertagen saß die Amme mit dem Kinde unter der Linde auf dem Schloßhof und erwärmte das Mädchen zusätzlich mit ihrer Zuneigung.

Eines Tages tauchte eine Zigeunerin mit ihrem Säugling auf dem Schlosshof auf - die Sommerhitze hatte beide sehr geschwächt. Die flehte den Schlossherrn um etwas Milch für ihr Kind, doch dieser schlug ihr die Bitte barsch ab und befahl, sie unverzüglich vom Hofe zu jagen. Dabei wurde ihr das Tuch vom Leibe gerissen, und ihr Kind stürzte zu Tode.
Weinend hielt die verzweifelte Mutter ihr totes Kind in den Armen - Hass glühte in ihren Augen auf und in der Ferne zog ein tosendes Gewitter heran. Sie erhob die Hände gen Himmel und prophezeite dem Schlossherrn: "Von heute ab in sieben Jahren auf den Tag soll dein liebstes Kind durch einen Blitzschlag sterben!"

Die Jahre vergingen und die Zeit eilte dahin. Katharina wuchs zu einem Mädchen von unvergleichlicher Schönheit heran, doch eine wunderliche Sucht hatte sich des Kindes bemächtigt. Sie liebte es, bei Gewitter am Fenster den zuckenden Blitzen nachzuschauen -gerade dies erinnerte die Eltern an die unheimliche Prophezeiung von einst. Vom siebenten Jahr an wurde Katharina von ihrem Vater bei Gewitter in den tiefsten Keller des Schlosses geführt. In der Dunkelheit aber weinte das kleine Mädchen um jeden Augenblick des Himmelfeuers, der ihr verwehrt wurde.

Der Tag der Prophezeiung kam immer näher und fast jede Woche tobten die Gewitter über Apolda. Am 22. Juli 1559 rollten in unablässiger Folge Donner über der Stadt und Blitze erhellten zuckend die drohend dunklen Wolken. Wasser, Sturmwinde und Hagel, so groß wie Hühnereier, prasselten unablässig hernieder - der Himmel war eine feurige Lohe.

Die Bevölkerung wusste sich keinen Rat mehr. Erinnerungen an die Prophezeiung wurden wach. Schreie klangen auf und vielstimmig kam die Forderung: "Holt sein Kind heraus. Es soll die Blitze vertreiben!" Rasch drang die Menge in den Keller ein, packte Katharina und zerrte sie zum Schlosshof. Mit einem Schlage verzogen sich die Gewitter.

Lächelnd eilte Katharina zu ihrem Lieblingsplatz, der Linde zu. Da! - Blitz und Donner fast zugleich- und das Kind sank tot zu Boden. Die ersten Sonnenstrahlen brachen durch die Wolken. Der Himmel erschien wieder hell und klar. Am Fuße der Linde aber, kaum beachtet, lag das blasse Mädchen wie im Schlafe.

hier ist der Link (Quelle) wo ihr selbst noch mal nachlesen könnt:
http://www.im-weimarer-land.de/de/sehens…e_katharina.htm

LG Bloody

2

Samstag, 17. November 2012, 13:05

Hallo Bloody :-) (finde die Smileys nicht)

Die Geschichte erinnerte mich spontan an Dornröschen, nur ist sie blutiger und brutaler.
Kann es sein, dass diese Sage als Vorlage diente? Ich hab mal eine Doku gesehen, da wurde überprüft, ob es die Märchengestalten tatsächlich mal gegeben hat und ich kann mich daran erinnern, dass man "Schneewittchen" ausfindig machen konnte.

Liebe Grüße Niesnuschel
We stopped looking for monsters under our bed when we realized they were inside of us.

(CSI)

BloodyVampireGoth

unregistriert

3

Samstag, 17. November 2012, 13:21

huhu Nienuschel,

Ob diese Sage als Vorlage für Dornröschen herhalten musste, weiss ich leider nicht, aber ich weiss das diese sage eigentlich keine ist, denn sie ist wirklich passiert und steht auch so in den Apoldaer Chroniken drin und auch in der Familiengeschichte der Vitzthums.

Vielleicht haben die Gebrüder Grimm sowas wirklich als Vorlage genutzt, denn ich bin der Meinung mal was über Schneewittchen gelesen zu haben das es wohl mal ein Mordfall war, genauso wie Rotkäppchen, das dies ein Mordfall im 16. 17 oder 18 Jh. das bis heute nie gekläret werden konnte.

aber es gibt auch viele reale orte die solchen Märchen als Vorlage dienten, wie der Rapunzeltrum im Norden Thüringens. (bei Nordhausen oder Sondershausen oder so)

LG BLoody

4

Samstag, 17. November 2012, 13:48

Ja genau, Schneewittchen wurde ermordet, nur nicht von der Königin, sondern von einer Mätresse oder so. Jetzt fällts mir wieder ein. :)

Wenn das wirklich so passsiert ist, dann ist das schon sehr gruselig.

Ich könnte mir vorstellen, dass es sich nicht ganz so dramatisch abgespielt hat. Zum Beispiel, dass sofort die Gewitter aufhörten, als das Kind den Keller verließ. Es kann auch ein natürlicher Sturm gewesen sein.
Die Kleine wurde ja unter einem Baum vom Blitz getroffen, was ja auch nicht unüblich ist, bei einem Unwetter.
Für die Menschen damals, war sowas immer sofort was Übernatürliches oder der Zorn Gottes.

Aber interessant ist diese Geschichte auf jeden Fall. :thumbsup:

Liebe Grüße :)
We stopped looking for monsters under our bed when we realized they were inside of us.

(CSI)

BloodyVampireGoth

unregistriert

5

Samstag, 17. November 2012, 13:57

Da stimme ich dir zu, aber der Stein mit der Blitzzeichnen ist dank Restaurationen heut noch erhalten geblieben und kann von jeden besichtigt werden, da er wieder an dieser Stelle steht wo dies einst geschah.

Stimmt, ich denke auch das dieses Gewitter und so noch etwas gedauert haben nach diesem Vorfall, aber wie du schon schriebst, damals hielten die Menschen es eben für übernatörlich. Ich kann mir nicht vorstellen, das ein solchen Gewitter urplötzlich wieder verschwindet.

LG Bloody

6

Samstag, 12. Januar 2013, 11:13

ein interessanten Thema . :thumbup:

irgendwie haben solche Geschichten oftmals etwas mit einem " Fluch " zu tun..
diese Ziegeunerin hatte aus ihrer verzweifelten Trauen eben diesen Fluch ausgesprochen und das mit einer inneren Bestimmtheit.....Ich glaube das Menschen die einen festen Willen haben , welcher von innerem Drang aus geschied.... auch eintreffen wird ........Gedanken haben enorme Kraft . Oh ja das glaube ich ganz fest...


grüßle Edel

7

Samstag, 19. Januar 2013, 01:06

Die Geschichte hat mich sehr an Märchen erinnert, ich versteh nur nie warum das arme Kind für die Eltern herhalten muss. Natürlich trifft das die Eltern am meisten, aber das arme Mädchen wird für die Taten ihres Vaters bestraft. Hier schien sie fast glücklich über die Tatsache zu sein endlich nicht mehr im Keller eingesperrt, sondern im Freien beim Gewitter sein zu dürfen. Vielleicht war es fast eine Erlösung endlich wieder das erleben zu dürfen, was sie so liebt, selbst wenn es sie tötet. Ok aber bevor ich weiter anfang zu interpretieren wollte ich dich fragen, weißt du ob es diesen Schlossherrn wirklich gab? Wenn ja, würde mich sehr interessieren, was an dieser Sage wahr ist.

8

Montag, 25. Februar 2013, 10:33

Moin Bloody,

habe mir die Geschichte durchgelesen und war auch erst einmal an ein Märchen erinnert. Doch denke ich eher, dass es sich um eine sogenannte "Urban Lebend" handelt (was viele Märchen ja auch sind).
Wie wir ja alle wissen, war das "fahrende Volk" den sesshaften Menschen schon von jeher sehr suspekt.
Und wie es weiterhin heißt, war dieser Christoph nicht gerade beliebt bei seinen Leuten. Durch den Tod des Kindes der Zigeunerin, die dann auch diesen Fluch aussprach, wurde den Eltern natürlich, ganz im Sinne der damaligen Zeit, Angst und Bange. Und ich könnte mir die Liebe zu Gewittern der kleinen Katharina so erklären, dass sie mit zunehmendem Alter einfach von einem solchen Schauspiel hingerissen war.
Und was die Bevölkerung anbelangt, konnten sie sich die Häufigkeit von Gewittern in einem bestimmten Zeitraum nicht erklären. Ein ähnliches Geschehen hatten wir 2004. Auch fast jeden Abend Gewitter und Starkregen.
Für die damals ungebildeten, einfachen Menschen erfüllte sich somit der Fluch der Zigeunerin. Und um sich zu schützen zerrten sie das Mädchen dann auf den Schlosshof -und ich habe es schon erlebt, dass ein Gewitter urplötzlich verschwand und dann nach einigen Minuten nur ein einzelner Blitz und Donner kam- und, tja, dann nahm das Schicksal halt seinen Lauf. Kathrina stellte sich unter den Baum und es kam, wie es kommen musste:

Ein Blitz in den Baum und das wars dann.

Natürlich wird die Geschichte aufgebauscht worden sein, da die damaligen Menschen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine solche Häufigkeit von Gewittern als eine Strafe Gottes oder als einen Fluch empfanden. Nichts desto Trotz ist es eine wirklich interessante Story, die es verdient das man darüber diskutiert.

mfg

Hank

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