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1

Dienstag, 27. August 2019, 09:01

Lost Place Tschernobyl

Hallo,

Tschernobyl ist ein Lost Place der besonderen Art und kann inzwischen sogar von Touristen in geführten Touren besucht werden.

Wie denkt ihr über diesen Tourismus?

Würdet ihr aus Interesse an einem Lost Place einen verstrahlten Ort besuchen?

Oder hättet ihr gesundheitliche Bedenken?

Handelt es sich bei diesen Touren um bloße Geschäftemacherei oder sind die Besuche dort wertvoll, um aus der Geschichte zu lernen?

Bin gespannt auf eure Meinungen, :)

viele Grüße,

Luna

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Luna« (27. August 2019, 18:20)


2

Dienstag, 27. August 2019, 21:25

Huhu Luna!

Mensch, Du bist aber fleißig! Ganz dickes index.php?page=Attachment&attachmentID=993 an Dich!

Allerdings haben sich ein paar Fehler eingeschlichen ... Ich versuch das mal auseinanderzuposamentieren, ja?

Tschernobyl ist nur der Name des KKW, dessen Reaktorblöcke 1 bis 4 zwischen 1977 und 1983 in 18 km vom Städtchen Tschornobyl (damals 14000 Einwohner; heute noch ca. 700) entfernt fertiggestellt und in Betrieb genommen wurden. Vor dem Bau wurde aber ab 1970 die Stadt Prypjat in 4 km Entfernung zum späteren Standort für die zukünftigen KKW-Mitarbeiter aus dem Boden gestampft.

Nach der Katastrophe (testweise wohl ein Störfall in Reaktor 4 ausgelöst und außer Kontrolle geraten) vom 26.04.1986 wurde einen Tag später auch Prypjat als innerhalb der 10km-Zone liegend geräumt. Man stelle sich mal vor: 50000 Bewohner mit 1200 Bussen evakuiert. Und zwar in 2 1/2 Stunden (in derselben Zeit hätte man in Deutschland vermutlich noch nicht mal die Verantwortlichkeiten geklärt)! Als "Ersatz" für Prypjat wurde "einfach" ein neue Stadt gebaut: Slawutysch (25000 Einwohner).


Man kann heute offiziell -auf eigene Gefahr- Prypjat besuchen; für das KKW Tschernobyl braucht man aber wohl eine Ausnahmegenehmigung.

Ich persönlich bin da etwas hin- und hergerissen: einerseits wäre es sicherlich reizvoll, diese Stadt zu sehen, andererseits muß es aber auch nicht unbedingt sein, da es ja genügend schön bebilderte Websites gibt, wie z.B. https://www.foto-julius.at/pripjat.html

Viele Grüße an Alle! Heiko
Der Unterschied zwischen Fiktion und Realität ist der, dass Fiktion einen Sinn ergeben muss...

3

Dienstag, 27. August 2019, 23:22

Hallo,
eine Räumung in nur 2,5 Stunden ist absolut rekordverdächtig. Ich könnte mir vorstellen, dass es für solche Ernstfälle Übungen gab und die Leute deshalb genau wussten, wer was wann zu tun hat. Hoffentlich wurden durch die schnelle Räumung ein paar Leben gerettet.
Ob man als Tourist bis ans ehemalige AKW Tschernobyl herankommt oder nur bis nach Prypyat, scheint wohl auch eine Frage des Preises zu sein.

Viele Grüße,
Luna

4

Mittwoch, 28. August 2019, 11:13

Huhu Luna!

Ob es Übungen in solchen Größenordnungen gab, wage ich zu bezweifeln - schließlich mußten die Leute arbeiten und wenn man mal testhalber eine so große Stadt evakuiert, bricht ja erstmal das ganze öffentliche Leben zusammen. Aber offenbar gab es gut strukturierte Notfallpläne, die dann auch durchgesetzt wurden - zumal damals ja Autoritäten wie Polizei (dort: "Milizija") noch respektiert wurden. Es wird eben eine kurze Ansage gemacht: "So, sie haben jetzt 1 Stunde Zeit, ein paar Klamotten für 3 Tage einzupacken!" und wenn das jemand nicht gemacht hat, wurde sehr wahrscheinlich nachgeholfen und demjenigen wurde dann eben ohne Klamotten in den Bus/ Hubschrauber/ whatever "geholfen". Die meisten haben ja sowieso nur ein paar Sachen und Spielzeug für die Kinder eingepackt (damals wohnten dort meist junge Familien; Durchschnittsalter: 26), da man ja mit der baldigen Rückkehr rechnete.

Heute gäbe es wahrscheinlich erstmal endlose Diskussionen mit der Polizei und der "Notfallkoffer" hätte wohl fantastische Abmessungen, da ja die Stereoanlage, der Thermofix, der superteure Kaffeeautomat und die Spielkonsole UNBEDINGT mitmüssen ... index.php?page=Attachment&attachmentID=1000



Habe hier noch eine recht gut gemachte Website mit Bildern gefunden: https://vimudeap.info/de/atlas/geisterst…ernobyl/images/

Und wer zu faul busy ist, selbst zu lesen/ sich durch die Bilder zu klicken (soll es ja geben :whistling: ), hier noch ein Filmchen: https://www.youtube.com/watch?v=aoU3g3G70T0

Viele Grüße! Heiko
Der Unterschied zwischen Fiktion und Realität ist der, dass Fiktion einen Sinn ergeben muss...

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Kojakfrise« (28. August 2019, 11:26)


5

Mittwoch, 28. August 2019, 19:10

Hallo,

ich kann mich noch gut an die Meldung damals erinnern, und dass man Angst hatte rauszugehen...

Ich habe mir eben die Bilder aus Heikos Link angesehen - gruselig!
Und spätestens bei dem Foto mit den zurückgelassenen Spielsachen war mir klar, dass ICH niemals aus Sensationsgier dort hin könnte.

"Ohne Ausnahme an den Folgen der Strahleneinwirkung starben"
"Bis heute keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele Menschen ums Leben kamen, wie viele Kinder mit Missbildungen geboren wurden".

Das ist in meinen Augen definitiv kein Ort, den man aus Neugier sehen möchte, aber ich könnte auch nie ein KZ besuchen...nicht weil ich irgend etwas verleugne, verdränge...es fühlt sich falsch an, Plätze zu bereisen an denen so viel Leid verursacht wurde - in Russland bis heute..es werden immer noch schrecklich missgebildete und behinderte Kinder geboren!

@Heiko
Notfallkoffer...
Sollte man ja eh jederzeit parat stehen haben.
Sch*** auf Thermomix und sonstige teure Anschaffungen, aber...man musste seine Tiere zurücklassen!
DAS wäre heftig gewesen für mich!

Lieben Gruss, Tina
"Ned ollas, wos an Wert hot, muss a an Preis hob'n"

Wolfgang Ambros

6

Mittwoch, 28. August 2019, 20:26

Hallo,
das muss schlimm sein, wenn man die Haustiere nicht mitnehmen darf.
Hoffentlich gab es damals vereinzelt sowas wie intelligenten Ungehorsam und die Leute konnten sich hoffentlich mit eigenen Autos und Haustieren im Kofferraum rechtzeitig verkrümeln...
Viele Grüße,
Luna

7

Mittwoch, 28. August 2019, 20:40

Ich glaube, das hätte nichts gebracht. Die allermeisten Evakuierten wurden doch bestimmt in Sammelunterkünften untergebracht. Und da gab´s sicher eine Kontrolle ... Spätestens dort wäre also Schluß gewesen. ;(
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