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1

Dienstag, 20. August 2019, 13:52

Meinungen zu oder Erfahrungen mit Sterbehilfe

Hallo,

habt ihr euch schon einmal bewusst mit dem Thema Sterbehilfe auseinandergesetzt?

Wie steht ihr dazu? Kanntet ihr Menschen, die Sterbehilfe genutzt haben und sind die Gründe hierfür für euch nachvollziehbar?

Sollte Sterbehilfe offiziell erlaubt werden, um z. B. bei einer schweren Krankheit selbst bestimmen zu können, ob und wie lange man sich das noch geben muss?

Auch wenn wir alle hier hoffentlich noch lange und gesund leben :D , bin ich gespannt auf eure Meinungen.


Viele Grüße,
Luna

2

Dienstag, 20. August 2019, 16:18

Mit Sterbehilfe habe ich persöhnlich noch keine Erfahrung gemacht.
Aber ich hab mich mit dem Thema sehr wohl auseinander gesetzt. Ich bin der Meinung, dass ein Mensch selber entscheiden sollte, wann er geht, wenn er unheilbar krank ist .
Vor allem dann, wenn dieser Mensch grosse Schmerzen erleiden muss.
Wer mich nicht mag, muss noch ein bischen an sich arbeiten

3

Dienstag, 20. August 2019, 18:45

Puuh...

Ich hatte im Bekanntenkreis eine Frau, schwer krebskrank, voller Schmerzen...sie und ihr Mann waren auf der Suche nach einem Termin in der Schweiz, aber es ging dann doch schnell zu Ende.

Wie würde ich damit umgehen?

Ich habe Panik vor Nadeln und Spritzen, habe meinen Sohn mehrere Male gebeten, mich...falls das auf mich zukäme....nicht mit Schläuchen und Maschinen ans Leben zu fesseln wenn absehbar ist, dass es keine Heilung gibt.

Aktive Sterbehilfe ist noch ne andere Hausnummer.
Aber ich sage heute - mach ein Ende, wenn ich mich nur noch quäle!
Da ich an ein Jenseits glaube, hänge ich nicht so extrem an meinem irdischen Leben...sage ich jetzt....

Würde ich es schaffen, geliebten Menschen den Sterbeprozess zu verkürzen?
Ich weiß es nicht!
Ich weiß nur, wie schwer ich mir bei Tieren schon getan habe!
Auch wenn dies der letzte Liebesdienst ist.

Bin sehr gespannt auf weitere Meinungen.

Lieben Gruß, Tina
"Ned ollas, wos an Wert hot, muss a an Preis hob'n"

Wolfgang Ambros

4

Dienstag, 20. August 2019, 19:05

Hallo,

zum Glück habe ich bewusst und im Erwachsenenalter noch keinen längeren Sterbeprozess von Angehörigen oder Freunden miterleben müssen. Dafür bin ich dankbar. Wenn ich so etwas miterleben müsste, wie sich jemand über Wochen hinweg quält, ohne dass Besserung in Sicht ist, dann würde ich es gut verstehen, wenn diese Person ein Medikament nimmt, um ohne Qualen schnell zu sterben. Dazu gehört sicher viel Mut.

Wichtig bei Sterbehilfe finde ich auch, dass Missbrauch ausgeschlossen wird, z. B. durch die Begleitung durch einen Arzt. Man sollte ausschließen, dass Erbschleicher den vielleicht schon etwas tüdeligen aber ansonsten körperlich gesunden Erbonkel ins Jenseits befördern. :rolleyes:


Viele Grüße,
Luna

5

Dienstag, 20. August 2019, 22:38

Auch hier noch einmal ein liebes Hallo in die Runde. Ja, dieses Thema beschäftigt mich ganz besonders. Wie ich ja schon geschrieben habe sprang mein Mann Olaf 2005 aus dem 7. Stock des Krankenhauses in den Tod.

Man konnte ihm nicht mehr helfen. Der Stent den man ihm bei dem 1. Herzinfarkt unter großen Schwierigkeiten eingesetzt hatte war wieder zugegangen und man hat das Gefäß nicht mehr aufgebracht. Eine OP war aufgrund seines Gefäßzustandes auch nicht möglich. Die Kardiologin sagte ja schon immer zu ihm, Sie haben das Gefäßsystem eines 90zigjährigen und da war er Ende 30.

Er lag also mit einem akuten 2. Infarkt da, man gab ihm Morphium, aber das half dann auch nicht mehr.

Mein Hausarzt sagte zu mir er könne ihn verstehen. Der Herzmuskel wäre nach und nach abgestorben und er hatte Herzschmerzen und Herzschmerzen wären die schlimmsten Schmerzen. Er wäre grausam kaputt gegangen.

Ich weiß daß er den Ausweg von Sterbehilfe genutzt hätte wenn es sie in Deutschland gegeben hätte und ich hätte ihn auch begleitet. Denn dann hätten wir wenigstens die Möglichkeit gehabt voneinander Abschied zu nehmen.

Mein Schwiegervati hat dann 2012 in der Reha das Gleiche gemacht...

Ich bin auf jeden Fall für die Legalisierung von Sterbehilfe damit kein so kranker Mensch mehr gezwungen ist seinem Leben auf so grausame Weise ein Ende zu setzen, sondern daß diese Menschen die Möglichkeit bekommen in Würde und Frieden ihr Leben zu beenden .

Lg

Geistlein

6

Mittwoch, 21. August 2019, 09:14

Hallo Geistlein,

Mut der Verzweiflung...

wie schlimm muss es den Beiden gegangen sein um diesen Tod zu wählen!

Und...ja, Du hast recht...dazu sollte niemand indirekt gezwungen werden, gefesselt an einen Körper der nur noch Leiden bereitet.
Bitte lass' mich niemals in die Situation geraten, für andere entscheiden zu müssen, aber ein Jeder sollte die Möglichkeit haben, für sich selbst zu entscheiden, sofern er dazu noch in der Lage ist.

Meine Mutter hat lange als Krankenschwester gearbeitet.
Als mein Vater Krebs hatte und klar war dass er daran sterben wird, gab unser Hausarzt meiner Ma Morphium, mit den Worten..sie wäre ja vom Fach und würde wissen wann wieviel zu geben wäre...
mein Papa ist dann doch relativ friedlich eingeschlafen bevor die grossen Schmerzen kamen..aber meine Mutter hätte gewusst wann wie viel, ja!

So lange in Deutschland Sterbehilfe verboten bleibt, brauchen wir wohl mehr menschliche, mutige Ärzte, die uns nicht mehr zumuten als wir ertragen können!

Lieben Gruss, Tina
"Ned ollas, wos an Wert hot, muss a an Preis hob'n"

Wolfgang Ambros

7

Mittwoch, 21. August 2019, 11:35

Oh Mann, schwieriges Thema!

Grundsätzlich sollte aber jeder, der unbedingt gehen will, weil ihm -aus eigener Sicht- ein würdiges Leben nicht mehr möglich ist, auch gehen dürfen. Zum Thema Menschenwürde weiß das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland im Artikel 1:

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Deshalb sollte m.f.M.n. auch Ärzten erlaubt sein, Menschen die sich aus ihrem eigenen, freien Willen heraus zum Sterben entschließen, diesbezüglich zu unterstützen - wenn es denn für sie persönlich in ihrer Funktion als Mediziner mit ihrem hippokratischen Eid vereinbar ist. ( Dr.med. Ursula von der Leyen hatte da scheinbar keine Berührungsängste: wie hätte sie sonst als Bundesministerin der Verteidigung und Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt die Bundeswehr führen können? Soweit ich weiß, ist diese ja dazu da, im Verteidigungsfall Menschen zu verletzen, zu verstümmeln oder zu töten. Oder hat UvdL gerade deswegen -quasi aus humanitären Gründen- die Bw zur völligen Handlungsunfähigkeit saniert? Fragen!)

Und wo wir gerade bei Würde sind: Wie kommen denn bitte Leute wie Jens Spahn (CDU) auf die Idee, dass ja eigentlich alle automatisch Organspender sein sollten, wenn sie dem nicht widersprechen? Im Grundgesetz ist doch bitte eindeutig verankert, dass nicht einfach in den Körper eines Menschen eingegriffen werden darf. Das steht für mich erstmal an erster Stelle. Wenn ich dem aber erst widersprechen muß, weil es sonst als stumme Zustimmung gilt - was soll das? Kann ich demnächst auch einfach mit irgendeinem Auto von der Straße durch die Gegend fahren, da der Eigentümer dem ja nicht widersprochen hat? Versteht mich da bitte nicht falsch: wer seine Organe spenden will, kann das ja gerne machen. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass nur potentielle Organspender auch Organempfänger sein dürfen.


So, und wer von Euch mal eine RICHTIG spannende Story zu den von mir angeschnittenen Themen in einer Story zusammengefasst sehen möchte, dem empfehle ich wärmstens "Dr. House". Und zwar die Folge 07 aus der 3.Staffel (ist auf YouTube leider nicht verfügbar, aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten). Kurzer Abriß der Geschichte mal hier (aus: fernsehserien.de):

Dr.House: "Koma-Mann & Sohn" (Son Of A Coma Guy)

Staffel 3, Folge 7 (45 Min.)
Seit
zehn Jahren liegt Gabe im Koma. Jede Woche besucht ihn sein Sohn Kyle.
Als er wieder mal bei seinem Vater vorbeischaut, trifft er Dr. House,
der dort gerade sein Sandwich isst. Während sich beide unterhalten, hat
Kyle einen Zusammenbruch und landet als Patient bei House im
Krankenhaus. Nachdem alle Tests gemacht worden sind, stellt House fest,
dass Kyle nicht nur Alkoholiker ist, sondern dass seine Leber und Nieren
kurz davor sind, den Geist aufzugeben. House ist der Meinung, dass der
Vater seinen Sohn noch mal sprechen sollte, bevor dieser stirbt. Was
keiner für möglich hält, House schafft es. Gabe, der Vater von Kyle,
erwacht nach zehn Jahren aus dem Koma. Als House ihm erklärt, dass sein
Sohn kurz davor ist zu sterben, interessiert ihn das nicht. Er hat nur
den Wunsch, nach Atlantic City zu fahren, um dort einen ganz speziellen
Sandwich zu essen. Auf der Fahrt dorthin beginnt das
Frage-Antwort-Spiel, denn House muss unbedingt mehr über die Familie von
Kyle erfahren. Im Hotel angekommen erfährt er von Foreman, dass der
Junge nur durch eine Herztransplantation zu retten ist, die bei
Alkoholikern so gut wie nie genehmigt wird. Gabe entschließt sich zu
einem dramatischen Schritt …


Abgesehen davon, dass ´Dr. House´ wohl meine absolute Lieblingsserie ist, ist dies meiner Meinung nach eine der besten, spannendsten, aber auch traurigsten Folgen. Lohnt sich wirklich!

Viele Grüße an Alle! Heiko
Der Unterschied zwischen Fiktion und Realität ist der, dass Fiktion einen Sinn ergeben muss...

8

Mittwoch, 21. August 2019, 22:29

Was soll ich noch mehr dazu sagen?

Wir sind wohl alle einer Meinung .

Wer sein Leben beendet haben will, dem sollte die Möglichkeit offen stehen .

Aber nee, bei uns muss der Staat ja wieder bevormunden....kotz.

Bleibt der Gartengrill.......
Ein Mensch denkt logisch,
Schritt für Schritt,
jedoch er kommt nicht weit damit.
Ein anderer Mensch ist besser dran,
er fängt ganz schlicht zu glauben an.
Im Staube bleibt Verstand oft liegen,
der Glaube aber kann auch fliegen.
(Eugen Roth)

9

Donnerstag, 29. August 2019, 18:58

Genau so ist es liebe Alex. Die Personen die sich herausnehmen das entscheiden zu können sollte es mal so treffen. Ich wünsche niemanden etwas schlechtes, aber diesen Leuten wünsche ich einmal in solch eine Situation zu kommen und daß dann auch niemand da ist der hilft...

LG

Geistlein

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